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Bikerennen ?aufs Hörnli?

Marcel Nünlist 11.06.2011

Hörnli sind nicht nur bekannte und gute Teigwaren, sondern auch ein gefragter Ausflugsberg für Biker, Läufer und Wanderer zu jeder Jahreszeit. Mit seinen 1133 Meter ist er der grösste Berg in unserer nächsten Umgebung. Und diesen galt es anlässlich des 8. Hörnli-Bikerennen, das zum Toggenburger Bikecup zählt, am Pfingstsamstag zu bezwingen. Über hundert BikerInnen stellten sich der Herausforderung die 770 m Steigung auf der 11.7 km langen Strecke in verschiedenen Kategorien zu bewältigen. Es standen auch mehrere Fahrer vom Biketeam Aadorf am Start.

Zum Glück hatte Petrus etwas Einsicht mit uns und der Himmel war zwar recht bewölkt, doch es fielen keine Tropfen mehr. Für mich fand das Rennen „fast“ vor der Haustüre statt und so konnte ich für einmal mit dem Bike an den Start nach Oberwangen fahren und war somit bereits auf der nötigen Betriebstemperatur. Noch etwas Smalltalk am Stand von Ruedi’s Bikeshop und dann ging es Richtung Start. Von der Strecke kannte ich jeden Meter und wusste wo die heiklen und tückischen Passagen sind und an welcher Stelle es sich lohnt Gas zu geben. Doch all dies nützt nicht viel wenn….. (später mehr!)

Ein riesiges Feld reihte sich in die verschiedenen Zeitzonen ein. Mit meiner Zielzeit von etwas über 50 Minuten reihte ich mich in diesem Startblock ein. Die Kette meines BIXS auf dem grossen Blatt (2-fach) und ab geht die Post in die Steigung kurz nach dem Start. Normalerweise ziehe ich die Steigung mit dieser Übersetzung durch, doch diesmal wollte ich das Rennen nicht zu schnell angehen und schaltete vorne mit einem kurzen Klick auf das kleine Blatt, doch du verd…. Sche….(dachte ich), die Kette hat sich zwischen dem Rahmen verklemmt und ich konnte sie nicht lösen. Es ist schon recht frustrierend, wenn innerhalb einer knappen Minute das ganze Feld an dir vorbei fährt und plötzlich jemand fragt, „wa hesch för e problem?“

Dieser Jemand war kein geringerer als der „Besenvelo-Fahrer“! Mit der gütigen Hilfe des unbekannten Bäsevelo-Riders brachten wir die Kette wieder dorthin wo sie eigentlich sein sollte und ihren Zweck erfüllt.

Wow, echt super, kein Biker weit und breit war mehr zu sehen und hatte somit freie Fahrt!! Jetzt ein Motörli am Velo wäre nicht schlecht, sollte man mal ausprobieren, aber ausser Konkurrenz.

Doch schon kurz nach der Abbiegung in den steilen Anstieg im Waldstück hatte ich die ersten, ähh sorry, die letzten Fahrer wieder eingeholt. Einige laufend, andere schnaubend wie Pferde. Ich kam mir vor wie ein „Wasserträger“ der das Feld von hinten wieder aufrollen muss. Und so strampelte ich mich immer weiter vor und war gespannt wie die kurze Singletrail-Abfahrt bei nassem Boden und diesem „Verkehr“ zu bewältigen ist. Na hoppla, die Einfahrt kriegten die Biker vor mir noch gut hin, doch dann schmiss es sie zweimal hin, doch ich konnte sie beim Stägli vor der Strassenüberquerung für einmal rechts überholen. Auf den nächsten Kilometer kam ich recht gut (für meine Verhältnisse) voran und verbesserte mich um einige Plätze. Ab dem Zwischenziel (für die Kids und Pläuschler) und den vielen Anfeuerungsrufe bei Allenwinden, waren nur noch etwas über 200 Höhenmeter und 4.7 km zu überwinden.

Kurz vor dem Ziel hat es der ruppige und sehr steile Anstieg nochmals in sich und ging als „Dessert“ nochmals voll in die schon übersäuerten Beine. Die letzten Meter und Ziel erreicht, jedoch mit einem kleinen Vermutstropfen mit der verlorenen Zeit bei der Kettenpanne. War doch mit den 57 Minuten einigermassen zufrieden, was kann man auch mit „nur“ 1600 km in den Beinen erwarten.

Nebenbei haben sich alle startenden Biketeamfahrer wieder gut ins Szene gesetzt und einige Topresultate mit 1. und 2. Rängen eingefahren. Herzlichen Dank auch noch an Ruedi für die gemütliche Gastfreundschaft nach dem Rennen an seinem Stand bei Kaffee und Kuchen.

Herzliche Grüsse

Marcel