, Damian Lüscher

Hohe Erwartungen an der Tour du Léman

Im letzten Jahr beendete ich diese Rundfahrt auf dem Gesamtrang 11. Dieses Jahr nahm ich das Podest ins Visier, da ich doch noch mal grosse Fortschritte erzielt hatte.

Am Samstag wurde die Rundfahrt mit einem 12km langen Zeitfahren gestartet in dem ich im letzten Jahr nur den 35. Rang belegte. Dieses Jahr wollte ich ganz klar in die ersten 10. Ich Startete dank meiner guten Leistung im Letzten Jahr als zweitletzter. Es regnete sehr stark. Ich startete ziemlich verhalten und musste noch auf der ersten hälfte der Strecke das Tempo erhöhen, da ich doch sehr langsam unterwegs war. Auf der zweiten hälfte konnte ich noch mal etwas aufdrehen. Es reichte Schlussendlich zu Rang 9. Mit der Platzierung war ich zufrieden und mit der Zeit auch, war ich doch 50 Sekunden schneller als noch im letzten Jahr.

Am Sonntag standen 2 Rennen auf dem Programm. Am Morgen ein 90km langes hügeliges Strassenrennen und am Nachmittag ein Bergrennen. Am Morgen versteckte ich mich grösstenteils im Feld und wollte mich schonen für den Nachmittag. Dennoch wollte ich den berghoch führenden Sprint fahren, der mir liegt. Ich war 3km vor dem Ziel gut Platziert, da gab es etwas vor mir einen brutalen Sturz, man hörte ein Geschrei und danach war ich etwas eingeschüchtert und verlor einige Positionen. Dann im letzten Anstieg flog ich an den anderen Fahrern vorbei und wurde noch 11. Im Ziel fluchte ich ersteinmal, da ich den Sprint eigentlich hätte gewinnen müssen. Dennoch war ich bester Schweizer. Es gab noch einige Zeitabstände und ich lag danach in der Gesamtwertung auf Rang 5.

Am Nachmittag war das Ziel klar: Die Gesamtführung zu holen, was nach den anderen beiden Etappen gar nicht so weit hergeholt ist. Der erste Kilometer war im Schnitt 13% steil und ich verlor schon da erstmal den Anschluss an die doch noch recht grosse Spitzengruppe. Ich kam in eine Situation, die mich Mental zerstörte. Ich wurde von meinem Teamkollegen auf dem kurzen flachen Abschnitt noch einmal in die Gruppe geführt. Ich blieb da nicht lange und danach kam ein Qualvoller Ritt. Ich beendete die Etappe als 23. Mit 1:20 Rückstand und verlor alles was ich mir davor erarbeitet hatte. Das war wirklich hart für mich, da ich mich seit letztem Jahr auf diese Etappe freute. Nach dem Rennen redete ich einige Stunden kein Wort und war einfach nur leer und dachte an gar nichts. Ich befand mich zwar noch auf Rang 16 in der Gesamtwertung und ich kenne viele Fahrer, die sehr glücklich über dieses Ergebnis wären aber ich war einfach nur Enttäuscht.

Am Montag war dann noch eine 100km lange Flachettape auf dem Programm. Mein Ziel war es meinen Teamkollegen Stefan Bissegger aufs Podest zu bringen, der im Moment auf Rang 4 lag. Ich fuhr stets weit vorne im Feld, um Stürze zu vermeiden. Doch da stürzte ein Fahrer vor mir in der Kurve und ich lag auch. Meine Kette war draussen und ich hatte eine halbe Ewigkeit, bis ich sie wieder aufgelegt hatte. Ich fuhr 2 Runden immer knapp hinter dem Feld. Ich entschied mich darauf mich überrunden zu lassen. Ich machte 2 Runden vor dem Schluss noch alleine eine Windkante auf. Sie funktionierte und mein Teamkollege konnte sich noch auf den 3. Gesamtrang vorarbeiten. Ich freute mich für ihn. Die Enttäuschung wegen mir selber war dann doch noch etwas Grösser. Positiv sehe ich die Ergebnisse der 1. Etappe. Und die Form stimmt auch.