, Patricia Schwager

Newsletter 2/2012

Seit meinem letzten Newsletter ist viel Zeit vergangen. Darum hier eine kurze Übersicht.

Renneinsätze im Ausland: bestritt ich im Mai& Juni nur noch mit dem CH Nationalteam, da sich die Probleme mit meinem Team häuften. Das Zeitfahren in Irland war mit dem 6. Rang ein Erfolg. In Albstadt wurde ich 4. auf der letzten Etappe und auch der Giro del Trentino kurz vor der SM war ein wichtiger Einsatz. Dazwischen fuhr ich auch einige Rennen in der Schweiz und in Süddeutschland.

Olympia- Quali: ich wurde viel darum gefragt. Das ganze ist ein etwas kompliziertes Thema….schlussendlich hatten wir als Nation einfach zu wenig Punkte, um überhaupt einen Quotenplatz (Startplatz) zu bekommen bei Olympia. Und das sowohl im Strassenrennen, als auch im Zeitfahren. Machbar wäre es wohl gewesen diese Punkte zu sammeln, zugleich war das aber wieder eine Budgetfrage. Einsätze wie das Zeitfahren in Irland brachten uns Punkte, es wären aber einige solche Renneinsätze mehr nötig gewesen. Die Hälfte der Kosten mussten wir Athletinnen zudem selber übernehmen und darum waren weitere solche Einsätze ohne finanzielle Unterstützung auch ganz einfach nicht möglich. Schlussendlich wurde zu spät und zu wenig geplant, sehr schade halt. Da nützte auch nichts, dass ich die Quali- Limite für das Zeitfahren eigentlich geschafft hätte.

Schweizermeisterschaften: nach 3x Vizemeisterin hat es endlich geklappt. Ich konnte den Titel im Zeitfahren gewinnen und war natürlich sehr happy darüber. Das viele spezifische Training auf dem Zeitfahrvelo sowie die Trainingsplanung von meinem Coach hat sich ausbezahlt.

Nur 2 Tage später war das Strassenrennen in Cham. Die Strecke war aber nicht sehr hart und so wurde es ein langweiliges Rennen. Es zeichnete sich eine Sprintankunft ab, was für mich denkbar schlecht war. 1km vor dem Ziel setzte ich alles auf eine Karte und attackierte, leider war das Rennen einfach 250m zu lang. Ein Versuch war es aber auf jeden Fall wert.

Teamwechsel: Weil die Renneinsätze mit meinem Team immer weniger wurden und plötzlich mitten in der Saison dann auch noch der Materialsponsor vom Team (Specialized) ausstieg, sah die Situation sehr schwierig aus. Ich hatte dann die Möglichkeit das Team zu wechseln und so den Giro Donne zu fahren. Ein solcher Wechsel ist nicht einfach und hat neben dem ganzen Papierkram auch ziemlich Nerven gekostet. Es hat dann aber geklappt und so fahre ich die zweite Saisonhälfte beim italienischen Team Forno d' Asolo Colavita.

Giro Donne: Durch den Teamwechsel konnte ich kurzfristig den 9 tägigen Giro Donne fahren. Die Rundfahrt war top besetzt und so wurde auch immer schnell& hart gefahren.

Der Start war in Neapel mit einer Flachetappe, weitere 8 Etappen kamen hinzu bis ins Endziel in Bergamo. Die ganze Rundfahrt über war es sehr heiss. Die oft langen Transfers und täglichen Wechsel der Hotels machten noch zusätzlich müde. Mir lief es ganz gut vor allem bei den 2 ersten schweren Etappen (Tag 3&4). Nur das kurze 7km Zeitfahren ging total daneben. Ich musste mit einem ZF-Rad fahren mit dem ich nie vorher gefahren bin, und die Position passte gar nicht.

Wichtig für mein Team war, dass wir in den Fluchtgruppen mitgehen (live TV in Italien). Freie Fahrt hatte ich also nicht und die richtige Gruppe zu erwischen war nie einfach. Als Abschluss war ich in der 9.Etappe mit dabei in der richtigen Fluchtgruppe, auch wenn uns leider nicht viel Freiraum gewährt wurde. Nach knappen 1000km Giro, war dann 1 Woche Erholung angesagt für mich.

Weitere Planung& Einsätze: Von mitte bis ende Juli verbrachte ich 2 Wochen in St. Moritz und trainierte in den Bergen. Ein Dankeschön an Swiss Olympic& Swiss Cycling die mir dieses Trainingscamp ermöglichten. Weiter geht es kommende Woche mit einem Etappenrennen in Polen, ende August fahre ich dann am Giro Toscana. Das Training ist aber ganz auf das Zeitfahren ausgerichtet, weil ich mir die ZF-WM als Endziel dieser Saison gesetzt habe.

Gestern fuhr ich das Rennen GP Obb bei Basel und wurde 2. Praktisch das ganze Rennen war ich mit Hanka Kupfernagel zusammen an der Spitze unterwegs. Die Planung stimmt also :-)

Patricia Schwager